Fate Micro Nano Plastic Wageningen

Winzige Plastikpartikel im Mikro- und Nanometer Maßstab lassen sich nur schwer in der Umwelt nachweisen, was das Ermitteln möglicher Expositionsrisiken wesentlich erschwert. Forscher der Universität Wageningen zeigen nun erstmals in einer mechanistischen Modellierungsstudie, wie sich Nano und Mikroplastik in Oberflächengewässern verhalten und wo sie verbleiben.

 

In den Ozeanen, in Böden, Sedimenten und Oberflächengewässern wurden bereits Kunststoffablagerungen weltweit nachgewiesen. In den kommenden Jahren sollen diese Emissionen sogar noch um eine Größenordnung ansteigen. Die Fragmentierung führt zu immer kleineren Partikeln, die letztlich auch die Submikron-Skala erreichen können. In diesem Größenbereich können Kunststoffteilchen unvorhergesehene Risiken darstellen. Dennoch sind sie in der Umwelt schwer zu messen, so dass sich derzeit die Expositionsabschätzungen auf Computer-gestützte Modelle stützen müssen.

 

In ihrer aktuellen Pionierstudie, die in der Zeitschrift Environmental Pollution veröffentlicht wurde, simulieren Ellen Besseling und Mitarbeiter die Konzentration von Kunststoffpartikeln zwischen 100 nm und 10 mm für das hydrologische Flussregime eines echten Flusses. Das Modell bildet den direkten Transport der Partikel, aber auch die Aggregation der Partikel mit natürlichen suspendierten Feststoffen und den Transport und Absetzen der daraus resultierenden Heteroaggregate ab. Ebenfalls berücksichtig wird die Anwesenheit von Biofilm auf den Kunststoffen, und die Modellszenarien wurden für Kunststoffe mit unterschiedlicher Dichte berechnet.

Beispielsweise war die Sedimentation ein besonders wichtiger Faktor für Nano- und Mikroplastik kleiner einem Mikrometer und größer als fünfzig Mikrometer, aber viel weniger für Größen dazwischen. Dies bedeutet, dass diese Teilchen zu einem größeren Ausmaß in das Meer exportiert werden könnten.

 

 

Original-Publikation

Besseling E., Quik J.T., Sun M., Koelmans A.A. (2016). Fate of nano- and microplastic in freshwater systems: A modeling study. Environ Pollut, DOI:10.1016/j.envpol.2016.10.001

 

 

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