BAuA Ausschreibung F 2376

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beabsichtigt, einen Auftrag zur Erforschung der Wirkprinzipien der Toxizität von Nanokohlenstoffröhrchen (Projekt F 2376) zu vergeben.

 

In diesem Vorhaben stehen die toxischen Wirkungen von faserigen Nanokohlenstoffen im Vordergrund. Diese sind abhängig von ihrer physikalischen Form. Dabei sind neben granulären Nanokohlenstoffen zum einen starre Nanokohlenstofffasern und zum anderen flexible Nanokohlenstofffasern zu unterscheiden. Bei starren feinen Fasern ist eine asbestartige Wirkung mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen ("Faserprinzip"), andere faserige Materialien können bislang nicht ohne tierexperimentelle Prüfung beurteilt werden. Es ist bisher nicht geklärt, ab welchem Grad der Biegsamkeit ("Rigidität") ein Material seine asbestartige Wirkung verliert. Dies soll exemplarisch an mehrwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen (multiwalled carbon nanotubes) untersucht werden. Bei diesen Kohlenstoffröhrchen korreliert der Durchmesser mit der Biegsamkeit bzw. Steifigkeit. Bei mittleren Durchmessern von mindestens 37 nm konnte für MWCNT eine kanzerogene Wirkung nach intraperitonealer Applikation gezeigt werden. Bei mittleren Durchmessern von 10-15 nm wurde bisher keine kanzerogene Wirkung nach intraperitonealer Applikation nachgewiesen. Es ist denkbar, dass bestimmte CNT mit mittleren Durchmessern von unter 15 nm Agglomerate bilden, die der WHO-Definition kritischer Fasern (als Agglomerate) entsprechen und daher kanzerogen wirken könnten.

 

Die Zielsetzung des geplanten Projektes ist es, durch einen Kanzerogenitätstest nach intraperitonealer Applikation an vier bis fünf Materialien aus der Gruppe der mehrwandigen Kohlenstoffnanoröhrchen zu klären, inwiefern der Durchmesser der Materialien deren kanzerogene Wirkung beeinflusst. Dazu werden vornehmlich Materialien mit Durchmessern in Bereich von etwa 15-35 nm geprüft. Die Materialien werden vom Forschungsgeber vorgegeben. Ziel ist es, zu bestimmen unterhalb welchen Faserdurchmessers mehrwandige Kohlenstoffnanoröhrchen nicht mehr nach Asbest artigem Wirkprinzip kanzerogen wirken. Aus den Ergebnissen sollen Beiträge für eine Bewertungsstrategie zur anwendungssicheren Gestaltung von Nanokohlenstoffen .......

 

Projektlaufzeit: 36 Monate

Erfüllungsort: Dortmund

 

 

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